St 2398, Ausbau nördlich Dieterskirchen

Verkehrsbedeutung

Die Staatsstraße von Bruck über Neunburg vorm Wald und Dieterskirchen nach Oberviechtach stellt eine wichtige Verbindungsachse für den Raum Oberviechtach/ Schönsee in Richtung Schwarzenfeld mit Anbindung an die Bundesautobahn A 93 „Regensburg-Hof“ und zur Kreisstadt Schwandorf dar. Darüber hinaus ist sie eine wichtige zwischengemeindliche Verbindung zwischen der Stadt Oberviechtach, mit der dort ansässigen Klinik und der Stadt Neunburg vorm Wald.

Die Verkehrsbedeutung spiegelt sich auch in dem wachsenden Verkehrsaufkommen wieder. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung wird für den Prognosezeitraum 2025 auf 2.400 Kfz geschätzt.


Planung

Die Maßnahme ist in dem derzeit noch gültigen 6. Ausbau-plan für die Staatsstraßen in der höchsten Dringlichkeitsstufe eingereiht. Das Planfeststellungs-verfahren wurde im Zeitraum 2008 bis 2010 durchgeführt. Die Maßnahme schließt eine der letzten Ausbaulücken in diesem Straßenzug. Sie bindet an den bereits ausgebauten Abschnitt bei Dieterskirchen an und endet am Ortseingang von Niesaß.
Dabei überwindet die Plantrasse einen Höhenunterschied von nahezu 100 Metern und erreicht bei Niesaß den Hochpunkt der Strecke mit ca. 641 Metern über N.N.



Verkehrssicherheit

Der bisherige Verlauf der Staatsstraße war durch Unstetigkeiten und enge Radien in Verbindung mit z. T. großen Steigungen gekennzeichnet. Die Kurvenausrundungen waren unzulänglich. Ein Überholen war in diesem engen Streckenabschnitt nahezu nicht möglich.
Diese Unzulänglichkeiten spiegeln sich auch im Unfallgeschehen wider. Im 10-Jahreszeitraum 1998 bis einschließlich 2007 ereigneten sich im Ausbauabschnitt insgesamt 30 polizeilich erfasste Unfälle. Dabei waren zwei Tote sowie 30 Verletze zu beklagen.



Baumaßnahme

Die Bauarbeiten für den rund 2 km langen Streckenabschnitt, bei denen auch ein Brückenbauwerk zu erstellen ist, begannen im April 2011, nachdem bereits im Januar die erforderlichen Holzeinschlagarbeiten im Waldbereich durchgeführt worden waren.
Ziel ist es, die Bauarbeiten bis Ende 2011 soweit abzuschließen, dass der Streckenabschnitt wieder nahezu uneingeschränkt befahrbar ist. Verbleibende Restarbeiten sollen im Frühjahr 2012 durchgeführt werden. Die Gesamtfertigstellung erfolgt bis zum Frühsommer 2012.


Finanzierung

Die Maßnahme wird aus Mitteln des Staatsstraßenhaushaltes unter Zuhilfenahme von Sondermitteln des „Programms 2020“ der Bayerischen Staatsregierung finanziert. Darüber hinaus wird der Bau mit
EU-Mitteln aus dem Programm „EFRE“ kofinanziert. Zudem ist der Landkreis Schwandorf für die einmündende Kreisstraße SAD 40 an den Kosten beteiligt.



Brückenbauwerk

Durch den Neubau eines Einfeldbauwerkes über die Staatsstraße wird künftig ein kreuzender land- und forstwirtschaftlicher Verkehr im Zuge eines öffentlichen Feld- und Waldweges verkehrssicher über die Staatsstraße geführt. Das Bauwerk ist als Einfeldbauwerk mit einer Spannweite von 23 Metern konzipiert und wird in Ortbetonbauweise hergestellt, die Gründung erfolgt „flach“.
Zur besseren Einbindung des Bauwerkes in die umgebende Landschaft ist die Brückenunterseite leicht gevoutet.



Daten und Fakten

Straßenbau:
Länge: 2,0 km
Fahrbahnbreite: 6,5 Meter (RQ 9,5)
Bauklasse: III
Gesamtstärke frostsicherer Aufbau: 70cm
Erdarbeiten: ca. 80.000 m3
Baukosten: 3,2 Mio €
Bauzeit: April 2011 bis Juni 2012

Überführungsbauwerk:
Lichte Weite: 23 m
Breite zwischen den Borden: 3,5 m
Konstruktion: Ortbetonbauweise
Beton: ca. 500 m3
Stahl: ca. 62 t
Baukosten: 315.000 €
Bauzeit: Mai 2011 bis Juli 2011