St 2123 Beseitigung des Bahnübergangs in Vilseck

Verkehrsbedeutung
Die Staatsstraße 2123 bindet die Stadt Vilseck an das überregionale Straßennetz an und stellt die Hauptver-bindung vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr zur Vilsecker Innenstadt dar. Im Ortsbereich Vilseck wird diese von der Bahnlinie Nürnberg - Weiden schienen-gleich gekreuzt. Die Bahnlinie hat für die nordöstliche Oberpfalz eine maßgebende Anbindungsfunktion zum Großraum Nürnberg und bindet zudem den Truppen-übungsplatz Grafenwöhr an das Schienennetz an.
Entsprechend ihrer großen Verkehrsbedeutung sind sowohl die Staatsstraße mit über 6.500 Fahrzeugen täglich als auch die Bahnlinie mit fast 50 Verbindungen am Tag überdurchschnittlich belastet. Dies hat zur Folge, dass der beschrankte Bahnübergang am Tag annährend zwei Stunden geschlossen ist.



Bauliche Situation / Verkehrssicherheit
Bei geschlossenen Schranken stellen sich Rückstaus von beidseitig bis zu hundert Meter ein, was wiederum zur Folge hat, dass die nahe des Bahnübergangs gelegenen Ortsstraßeneinmündungen blockiert werden. Umgekehrt kann es durch in die Bahnhofstraße linksabbiegende Fahrzeuge aber auch zu sehr gefährlichen Rückstauungen bis in den Schienen-
bereich kommen.



Baumaßnahme
Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Leichtigkeit des Verkehrs wird daher der bestehende schienengleiche Bahnübergang beseitigt und die Staatsstraße auf einer Länge von ca. 500 m um bis zu 7 m abgesenkt, so dass sie künftig die Bahnstrecke unterführt. Gleichzeitig wird die Staatsstraße noch auf ca. 400 m Länge frostsicher ausgebaut und durch Linksabbiegespuren in die westlich der Stadt gelegenen Gewerbe- und Mischgebiete erweitert.



Ein weiterer Gewinn für die Verkehrssicherheit wird durch die Anlage eines straßenbegleitenden Geh- und Radweges, welcher die Lücke im bestehenden Wegenetz schließt, erzielt. Ebenfalls auf einer Gesamtlänge von rund 500 m werden zudem die in die Staatsstraße einmündenden Ortsstraßen an die neuen Verhältnisse angepasst.

Bedingt durch die Absenkung der Staatsstraße müssen zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen angepasst werden. Die Stadt Vilseck nutzt diese Gelegenheit, das Netz der Wasserversorgung, welches z.T. noch aus der Vorkriegszeit stammt, und einzelne Kanalhaltungen grundlegend zu erneuern.



Mit der Baumaßnahme wurde bereits im Sommer 2005 durch einen Voreinschnitt westlich der Bahnlinie begonnen. Anschließend hat das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach 2008 die für den Bau der Bahnbrücke notwendigen Baustellenumfahrungen hergestellt und die stadteinwärts gelegenen Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert bzw. verlegt. Über die Wintermonate wurde im Auftrag der Deutschen Bahn AG das neue Brückenbauwerk erstellt und im April 2009 unter Verkehr genommen. Seit Juni 2009 wurden die restlichen Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt bzw. erneuert sowie der eigentliche Straßenbau durchgeführt. Die Baumaßnahme ist seit Sommer 2010 fertiggestellt.


Die Gesamtinvestition in die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Straße und Schiene beträgt rund vier Millionen Euro.

Die Kostenträger sind dabei der Freistaat Bayern mit fast 1,4 Mio. €, die Deutsche Bahn und die Bundesrepublik Deutschland mit jeweils gut 1 Mio. € sowie die Stadt Vilseck mit über 300.000 €. Hinzu kommen noch die Kosten für die Anpassung der Ver- und Entsorgungsleitungen.


Baulastträger: Freistaat Bayern, Bundesrepublik Deutschland,
Deutsche Bahn und Stadt Vilseck
Baulänge: ca. 900 m
Baukosten: ca. 4 Mio. Euro
Bauzeit: Sommer 2005 (Voreinschnitt) und
August 2008 - September 2010