B85 Dreistreifiger Ausbau zw. Amberg und Sulzbach-Rosenberg

Verkehrsbedeutung
Die Bundesstraße 85 von Passau über Amberg bis Bayreuth ist eine der wichtigsten weitläufigen Verkehrsadern in der Oberpfalz und stellt neben den Bundesautobahnen A 6 und A 3 die dritte wesentliche Ost-West-Achse im Straßennetz Ostbayerns dar. Zwischen Schwandorf/Wackersdorf, Amberg und Sulzbach-Rosenberg bildet sie darüber hinaus die zentrale „Gewerbeachse“ und gewinnt aufgrund
der in der Region häufig dezentralen Lage von Arbeitsplätzen und Siedlungsgebieten für den
täglichen Berufsverkehr zunehmend an
Bedeutung.


Dies spiegelt sich im stetig wachsenden Verkehrs-aufkommen zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg wider. Der durchschnittliche tägliche Verkehr liegt hier deutlich über 10.000 Kfz/24h und beträgt an Werktagen bis zu 13.000 Fahrzeuge. Im Vergleich hierzu lag 2005 die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung auf allen Bundesstraßen in Bayern bei 9.400 Kfz/24 h,
in der Oberpfalz sogar bei weniger als 7.000 Fahrzeugen täglich.



Bauliche Situation
Die bestehende Bundesstraße 85 weist zwischen Amberg und Sulzbach-Rosenberg eine gestreckte Linienführung auf. Im Gegensatz dazu ist der höhenmäßige Verlauf geprägt von zahlreichen Kuppen und Wannen mit zum Teil zu geringen Halbmessern. Aufgrund dieses geländenahen Straßenverlaufs liegen für den Kraftfahrer nahezu auf der gesamten Strecke nur unzureichende Sichtverhältnisse vor. In Verbindung mit dem überdurchschnittlichen Aufkommen an Personen- und Güterverkehr und den Überholverbotsstrecken im Bereich der zahlreichen Einmündungen und Kreuzungen resultiert daraus zwischen Sulzbach-Rosenberg und Amberg ein starker Überholdruck, der Kraftfahrer häufig zu riskanten Überholmanövern verleitet.



Verkehrssicherheit
Diese ungünstigen Verkehrsverhältnisse wirken sich negativ auf die Unfallsituation aus. So ereigneten sich im Zeitraum zwischen dem 01.04.1999 und 31.03.2009 allein im Einmündungsbereich der Kreisstraße AS 35 in die Bundesstraße 54 polizeilich registrierte Unfälle mit über 60 Schwer- und Leichtverletzten sowie drei Todesopfern. Auf der gut 6 km langen Gesamtstrecke zwischen AS 35 und Amberg wurden sogar 177 Unfälle registriert. Die Unfalldichte von 2,9 Unfällen je Kilometer liegt damit deutlich über dem bayerischen Durch-schnittswert für Bundesstraßen von 1,7 Unfällen/km.



Baumaßnahme
Zur Beseitigung der verkehrlichen Missstände und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sieht das Gesamtkonzept den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße 85 zwischen Amberg und der Kreisstraße AS 35 zum sogenannten Regelquerschnitt RQ 15,5 sowie die höhenfreien Umbau der Knotenpunkte vor. Der Anbau des dritten Fahrstreifens ermöglicht dabei das wechselseitige Überholen und reduziert somit den Überholdruck und die daraus resultierenden Sicherheitsdefizite erheblich.



Die Sicherheitsvorteile der dreistreifigen Betriebsform lassen sich jedoch nur bei Straßen ohne direkte höhengleiche Zufahrten aus dem umliegenden Straßen- und Wegenetz erreichen. Einmündungen von Straßen und Wegen sowie Zufahrten werden daher im Zuge des Straßenausbaus neu geordnet und über höhenfreie Knotenpunkte mit Auf- und Abfahrtsrampen sowie Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen mit der Bundesstraße 85 verknüpft. In ihrer Lage bleibt die Bundesstraße 85 dabei jedoch unverändert.


Durch den dreistreifigen Ausbau der Bundesstraße 85 auf einer Gesamtlänge von gut sechs Kilometern, einschließlich des Umbaus der Knotenpunkte und der Neuorganisation des nachgeordneten Straßen- und Wegenetzes, wird sowohl die Verkehrssicherheit und die Verkehrsqualität als auch die Leistungsfähigkeit der für die Region Amberg-Sulzbach so wichtigen Verkehrsachse nachhaltig erhöht. Das Ziel des Landesentwicklungsplans, die überregional bedeutende Entwicklungsachse B 85 zu stärken, wird somit durch den Straßenausbau maßgeblich unterstützt.



Daten und Fakten

BA I - Wirnsricht:
Länge: 0,7 km
Kosten: 1,6 Mio €
Stand: Fertigstellung 2001

BA II - Schäflohe-B299:
Länge: 1,9 km
Kosten 6,6 Mio. €
Stand: Verkehrsfreigabe Oktober 2010

BA III - Fichtenhof:
Länge: 0,9 km
Kosten: 2,8 Mio. €
Stand: Fertigstellung 2008

BA IV - Karmensölden-Schäflohe:
Länge: 1,9 km
Kosten: 4,7 Mio. €
Stand: VE 06/2007 genehmigt
Tektur vom 02/2010 zur PF 12/2008 beantragt

BA V - AS 35:
Länge: 0,8 km
Kosten: 3,3 Mio. €
Stand: im Bau seit 09/2009