B85 Änderung der Einmündung AS 23 bei Ebermannsdorf
Verkehrsbedeutung
Die Bundesstraße 85 stellt eine der bedeutendsten Verkehrsverbindungen in der nördlichen Oberpfalz dar. Auch wenn sich mit Fertigstellung der BAB A6 der Ost-West Güterverkehr verlagert hat, ist die Bedeutung der Verkehrsachse zwischen Amberg und Schwandorf insbesondere für den Regional- und Berufspendelverkehr ungebrochen. Diese Einschätzung wird durch die neuesten Verkehrszählungen, welche ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von über
13.000 Fahrzeugen am Tag ergaben, untermauert. Im Gegensatz zu den Jahren seit der EU-Osterweiterung und des damit verbundenen rasanten Anstiegs des Transitverkehrs, erlauben die derzeitigen Verkehrsbelastungen den zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft dringend erforderlichen Ausbau der unfallträchtigen Bundesstraße 85. Den ersten Ausbauabschnitt stellt dabei der Umbau der Einmündung der AS 23 in die Bundesstraße in einen
sogenannten höhenfreien Knotenpunkt dar.
Bauliche Situation / Verkehrssicherheit
Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung der B 85 ist die Leistungsfähigkeit der bisherigen Einmündung insbesondere für Linkseinbieger in Richtung Amberg und BAB A6 stark eingeschränkt. Insbesondere für LKW aus dem angrenzenden Gewerbegebiet Schafhof gestaltet sich das Einbiegen schwierig, was wiederum in den Spitzenstunden zu einem ständigen Rückstau und damit verbundenen riskanten Einfahrtsmanövern in die Bundesstraße führt. Verschärft wird die Unfallsituation zusätzlich durch die mangelnden Überholmöglichkeiten südlich der A6 und den daraus resultierenden erheblichen Überholdruck, welcher immer wieder zu gefährlichen Begegnungsfällen führt.
Baumaßnahme
Um diese Situation nachhaltig zu verbessern wird die Kreisstraße im Kreuzungsbereich abgesenkt und die Bundesstraße über ein Brückenbauwerk über die AS 23 geführt. Verknüpft werden die beiden Straßen über zwei schleifenförmige Auffahrtsrampen, so dass künftig im Zuge der B 85 kein Linksab- bzw. Linkseinbiegen mehr nötig ist.
Gleichzeitig mit dem Kreuzungsumbau wird die Bundesstraße auf einer Länge von gut 800 m zweibahnig ausgebaut sowie die Kreisstraße auf knapp 500 m den neuen Verhältnissen angepasst und saniert. Auch für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge entstehen rund 600 m neue Wege. Um das auf den Straßen und Wegen anfallende Niederschlagswasser gefahrlos und gereinigt ableiten zu können, werden zudem Regenrückhaltebecken mit einem Gesamtvolumen von fast 2.000 m3 angelegt.
Neben diesen Verbesserungen für den Gewässerschutz stellt die Umwandlung von z. T. intensiv land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen zu Laubwäldern mit Wiesen und Stillgewässern einen weiteren positiven Beitrag zum Natur- und Umweltschutz dar. Allein für diese Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden zwei, insgesamt fast 22 ha große Sammelkompensationsflächen naturnah gestaltet, wobei 6,4 ha auf die Kreuzungsmaßnahme entfallen.
Die Gesamtinvestition in die Verbesserung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes einschließlich der Maßnahmen zum Gewässerschutz und der landschafts-pflegerischen Maßnahmen ist mit rund 5,9 Millionen Euro veranschlagt. Eine Investition, die nicht zuletzt angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise für die heimische Bauwirtschaft zu richtigen Zeit getätigt wird.
Der Ausbauabschnitt wurde im Oktober 2010 dem Verkehr übergeben.
Baulastträger: Bundesrepublik Deutschland
Baulänge: 1.300 m
Baukosten: 5,9 Mio. Euro
Bauzeit: März 2009 - Oktober 2010
Brückenbauwerke: 1





